Vor sieben Uhr liegen Wege fast leer, nur Radler und Läufer zeichnen Linien. Auf einer Bank nahe Rousseau-Insel öffnet sich ein stiller Blick, Libellen schwirren, Kaffeeduft steigt aus dem Becher. Ein paar Sätze im Heft, und plötzlich wirkt der restliche Tag geerdet, bereit, gelassen schnelle Straßen zu queren und sich dem nächsten grünen Korridor ohne Eile zu überlassen und zu vertrauen.
Zwischen Eichtal und Chinesischem Turm saßen wir neben einer älteren Dame, die seit Jahrzehnten hier liest. Sie empfahl Schattenplätze, erzählte von Wintern mit klirrendem Eis und Sommern voller Blüten. Am Ende tauschten wir Lieblingswege. Solche Begegnungen lassen Orte tiefer werden und schenken Mut, Menschen erneut anzusprechen. Vielleicht begleitest du beim nächsten Mal jemanden ein Stück und entdeckst Unerwartetes unterwegs.
Als die Sonne hinter Hangars versank, begannen Drachen zu tanzen. Skateboards zirpten, Picknickdecken wurden zu Inseln, und der Himmel dehnte sich wie eine offene Bühne. Wir gingen langsam, atmeten breit, und verließen das Feld später als geplant. Genau dort, im großen Atem, fühlte sich Stadt plötzlich wie Landschaft an. Schreib uns, wann du dieses Gefühl zuletzt gespürt und bewusst festgehalten hast.
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